12 Februar 2012
Berlinale 2012
Die Tage 2, 3 und 4
Am Freitag stehe ich bereits um 07:00 Uhr morgens in der Schlange vor den Ticketcountern für die Glückspilze mit Akkreditierung. Ich habe Glück noch in das Gebäude hereinzukommen, zwei, drei Meter hinter mir in der Schlange stehen die Leute schon draußen. Um 08:00 Uhr werden wir durch die Drehtür in den eigentlichen Raum mit den Countern vorgelassen, welche dann schließlich um 08:30 besetzt werden, unter Applaus der Wartenden. Gehuldigt seid ihr EAN-Lesegerät haltenden Wächter der Tickets, nehmt das Opfer unserer tauben Füße an und gebt uns die Eintrittskarten, die uns Zugang zum wohlgepolsterten Reich der Cineasten verschaffen, so werden wir Euch auch morgen wieder pünktlich Applaudieren. Wieder bekomme ich Karten für die Filme meiner Wahl, sehr schön.
Los geht es am Freitag um 14:30 Uhr mit dem englischen MY BROTHER THE DEVIL im Cinestar im Sony Center. Einlass ist 30 Minuten vor Filmbeginn, 15 Minuten vor Einlass anstellen passt gut. Der Film handelt von zwei Brüdern mit ägyptischen Wurzeln, die im londoner Stadtteil Hackney leben. Nach Filmende hetze ich schnell in die Arkaden um zwei Tüten Weingummi zu kaufen. Weiter geht es um 17:45 mit dem vietnamesischen LOST IN PARADISE, wieder im Cinestar. Hier geht es um junge männliche Prostituierte in Saigon. Nach dem Film mache ich mich schnurstracks auf zur U-Bahn in Richtung Kino International, um 20:30 läuft dort der von Frankreich, Polen und Deutschland co-produzierte ELLES. Was ich bei der Filmplanung übersah: Es ist die Premiere, und so ist das Foyer gerammelt voll. Erwartet wird neben dem Filmteam vor allem die Schauspielerin Juliette Binoche. Ich nutze den Trubel bei der Ankunft der bekannten Persönlichkeit, um mich in der Schlange vor dem Aufgang zum Saal ein paar Plätze vorzuarbeiten. ELLES ist der beste der drei Filme des Tages und so wird es Ende nächster Woche auch eine Kritik zu lesen geben. Total erschlagen falle ich um kurz vor 0:00 Uhr in mein Hotelbett und beschließe, am nächsten Tag keine Tickets für Sonntag zu holen.
Beinahe ausgeschlafen mache ich mich am Samstag auf den Weg zum Delphi Filmpalast – ein wunderschönes Kino – um den japanischen Dokumentarfilm NUCLEAR NATION zu schauen. In 145 Minuten geht es um das Erdbeben/Tsunami/Reaktorunfall in Japan 2011. Der verantwortliche Filmemacher ist am Ende der Vorstellung für Fragen zugegen, ich hetze jedoch schon der Weltpremiere des Trash-Streifens IRON SKY im Friedrich-Stadtpalast um 18:00 Uhr entgegen. Etwas verspätet startet der Film und damit 2018 der Meteorblitzkrieg der 1945 zur Rückseite des Mondes geflüchteten Nazis. Wegen des unglaublichen Trashfaktors des Films wird es später auch hierzu eine Kritik geben. Damit endet der Samstag auch schon.
Sonntag ist für mich gänzlich Filmfrei und so hole ich nur früh morgens Tickets für drei Filme am Montag.